Sicherung einer gebrochenen Gurtbespannung
Projekt: Onkel Stuhl von Franz West
Auftraggeber: Private Sammlung
Zeitraum: 2026
Der Stuhl „Onkel" gehört zu einer offenen Editionsreihe von Sitzmöbeln, die Franz West (1947–2012) zwischen 2001 und etwa 2010 realisierte. Sie stehen in der Tradition seiner sogenannten Passstücke Kunstwerke, die sich erst durch die körperliche Nutzung vervollständigen. Das behandelte Exemplar besteht aus einem rohen, sichtbar geschweißten Eisengestell, auf das ein Polstergurtband aus zwei unterschiedlichen Webbändern gespannt und kunstvoll verflochten ist; schmale eingewebte Streifen setzen dabei farbige Akzente in das sonst reduzierte Erscheinungsbild.
Durch Fadenbrüche sowie fortschreitende Versprödung war die Bespannung der Sitzfläche in ihrem Bestand gefährdet. Nach einer Trockenreinigung wurden die verschobenen Gurte von Hand ausgerichtet und die geschwächten Partien unterlegt. Die Sicherung erfolgte nähtechnisch mit Spann- und Vorstichen in einem farblich angepassten Garn. Die Sitzfläche ist heute stabilisiert, ohne dass die für das Werk charakteristische, roh wirkende Materialität verändert wurde.
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